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| Die Haltung und der Sitz des Reiters / GRAEFE Carl Heinrich Eduard, 1855 | |||||||||||
Die Haltung und der Sitz des Reiters ein Beitrag zur Geschichte der Reitkunst; mit
Benutzung von "Mussot Commentaires sur l’équitation". Von Carl Heinrich Eduard Graefe,
Königlich Preußischem Artillerie-Officier. Mit 22 Tafeln.
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GRAEFE Carl Heinrich Eduard
et
MUSSOT Pierre
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| Allemand |
« Eine der ſchwierigſten unter allen Künſten iſt ohne jeden Zweifel die Reitkunſt,
und zwar hauptſächlich deßhalb, weil einmal der, der ſie ausüben will, es mit einem
lebenden We ſen zu thun hat, und dann, weil zu ihrer Ausübung außer den Verſtandeskräften
auch eine körperliche Ausbildung rich tiges Gefühl im Gefäß, Fauft und Schenkeln in
hohem Grade erforderlich iſt. Es iſt klar, daß bei dieſer Vielſeitigkeit der zur Aug
übung der Reitkunſt unumgänglich nothwendigen Erforderniſſe , dieſelbe nur eine ſehr
allmählige Entwickelung und Ausbildung hat erfahren können, und daß oft die Anſichten
über einzelne Puncte klarer wurden, während man bei anderen das Beſſere noch nicht
erkannte und an den alten Jrrthümern feſthielt. Dieſe allmählige und dabei meiſt nur
partielle Entwickelung bietet eine beſondere Schwierigkeit, eine Geſchichte der Reit
kunſt zu ſchreiben, und wir beſißen in der That bisher auch noch kein Werk über dieſelbe,
denn die Arbeiten eines
Gabriel Fabricy
und
Richard Berenger
Fabricy, recherches sur l’epoque de l’equitation et de l’usage des chars equestres
chez les anciens : ou l’on montre l’incertitude des premiers temps historiques des
peuples, relativement a cette datte. 2 Vols. Marseille, Mossy, Rome, Durand 1764.
gr . 8vo . LV und 224 ; 268 S. Berenger, the history and art of horsemanship . 2 Vols
. London , Davis and Cadell 1771. 4to . with plates . Deutſch von F. Heubel Ham burg
, Perthes 1802. 8. 280 S.
enthalten über die Geſchichte der Reitkunſt ſo gut wie Nichts, und die kurzen Andeutungen,
welche wir in einzelnen Lehrbüchern finden, ſind eben nur An deutungen und vermögen
den Anforderungen, die wir an eine ſolche Arbeit zu machen berechtigt ſind, durchaus
nicht zu ent ſprechen.
Zuerſt hat es nun der ſchon durch eine Arbeit über die Reitfunſt bekannte franzöſiſche
Oberſtlieutenant
P. Muſſot
unternommen, ein derartiges Buch zu ſchreiben, und ebenſo überzeugt von der Schwierigkeit
eines ſolchen Unternehmens hat er dazu einen Weg gewählt, der jene Schwierigkeiten
zu überwinden und doch ein überſichtliches Bild der allmählig ge wonnenen Fortſchritte
zu bieten im Stande iſt.
Weſentliche Momente in der Reitkunſt ſind die Haltung und der Sitz des Reiters, und
dieſe Momente hat Muſſot er wählt, um an den verſchiedenen Anſichten hippologiſcher
Schriftſteller über dieſelben die allmälige Entwicelung der Kunſt zu zeigen. Es giebt
freilich noch andere Momente, de ren Einfluß von Wichtigkeit iſt, denn richtiger Sitz
und die zweckmäßigſte Haltung reichen nicht hin, den Reiter zum Rei ter zu machen,
aber ſie bilden eine Grundlage, die, einmal gewonnen, den weiteren Bau mit größerer
Leichtigkeit auffüh ren läßt. Freilich erfährt aus einem ſo gewählten Bilde der Leſer
nicht , daß
Pluvinel
zuerſt die Pferde in eine Reit bahn nahm und zuerſt die Pilaren benußte, daß
Guérinière
der Erfinder des Schulter - herein war u . 1. w . , aber dennoch wird es ihm einen
Ueberblid gewähren, der, wenn die Aus führung gelingt, ſein Intereſſe ſicher für ſich
gewinnen wird.[…] » Présentation de l’éditeur (1855)
« Deuxième édition en 1871, même éditeur, in-8°, 413 p. avec 22 planches mentionnées au titre. » Bibliothèque Mondiale du Cheval